Über mich:
Wie Adieu Elternhaus entstanden ist.

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Wie es vor gut zehn Jahren begann.

Ich habe nie systematisch geplant, mich beruflich mit Elternhäusern zu beschäftigen. Das ist mir eher passiert.

Vor gut zehn Jahren beschlossen meine Eltern aus gesundheitlichen Gründen,
ihr Haus aufzulösen und in eine kleinere, seniorengerechte Wohnung umzuziehen. Das hatte zur Folge, dass wir 40 Quadratmeter voll mit 34 Jahren Leben sortieren und ausräumen mussten. Über Monate beherrschte das Thema den Alltag meiner Familie.

Nachdem wir alles bewältigt und das Haus verkauft hatten, wusste ich genau, was wir hätten anders und vor allem besser machen können. Nur: Das Thema war ja nun erledigt. Meine selbstgestrickten Checklisten, Übersichten und Räum-Pläne verschwanden irgendwann im Keller. Aber ich zögerte immer wieder, mich endgültig davon zu trennen – vielleicht würden sie ja irgendwann doch noch einmal hilfreich sein?

Momentaufnahmen: Die Erfahrungen von Anderen.

In den Jahren danach fragten eine ganze Reihe von Freunden und Bekannten, die vor der gleichen Aufgabe standen, nach den Listen, die ich mir erstellt hatte. Ich war erstaunt, als sie mir berichteten, wie sehr sie davon profitierten. Die Elternhäuser dieser Menschen waren alle sehr unterschiedlich. Trotzdem schienen die Listen und meine Tipps fast immer zu passen.

Mit der Zeit wurde ich neugierig: Wieso war das so?

Der Blick auf Details:
Von der Idee zum Angebot.

2019 fing ich an, genauer hinzuschauen. Ich las alles, was ich zu diesem Thema finden konnte, sammelte Wissen, Erfahrungen und Ideen von Anderen und nahm meine Listen und Pläne unter die Lupe. Eines Tages schaute mich eine Freundin beim Kistenpacken auffordernd an: “Du solltest endlich einen Beruf daraus machen!”

Die Pandemie brachte mich auf die Idee, all denen, die ihre Elternhäuser auflösen müssen, unterschiedliche Arten von Unterstützung und Begleitung online anzubieten. Damit es keine Rolle spielt, wo das Elternhaus steht oder sich jemand gerade befindet.

 Dem ,- Ausgewogen:
Zwischen Gefühl, Idee und Plan.

Meine Angebote unterstützen Sie dabei, gezielt zu meistern, was Sie erledigen müssen. Und: Sie bestärken Sie darin, Ihren Empfindungen bei all dem den für Sie angemessenen Raum zu geben.

Dieses Konzept überzeugte 2022 auch den Verlag #Rowohlt. Durch das Engagement meiner Agentin #HeikeWilhelmi sowie von #JuliaVorrath, Lektorin und Senior Editor non-fiction bei Rowohlt, nahm die Idee Gestalt an: Mein Ratgeber “Adieu Elternhaus. Elternhaus auflösen: sortieren, wertschätzen, loslassen” erschien im September 2023. #GwendolynSimon, Pressereferentin des Verlags, verdanke ich das darauf folgende unglaubliche Medienecho.
Ich danke allen von Herzen, die mir dabei geholfen haben, das Projekt Adieu Elternhaus zu einem Erfolg zu machen !

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Elisabeth, Benedict und Else:
Die Geschichte vor der Geschichte

Die Entstehung von Adieu Elternhaus hat auch mit Elisabeth und Benedict zu tun. Die Portraits, die Sie hier etwas weiter unten sehen, haben mich als Kind sehr beeindruckt. Sie hingen zusammen mit anderen, ähnlichen Bildern an der Wohnzimmerwand in der kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung meiner Großmutter Else.

Else hat viel dazu beigetragen, dass es heute Adieu Elternhaus gibt. Natürlich haben weder sie noch ich das damals ahnen können, als sie ihrer achtjährigen Enkelin Wortungetüme wie „Dein Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Urgroßvater“ (eben jener ca. 1780 geborene Benedict) oder „Deine Urgroßtante 3. Grades“ (Elisabeth) beibrachte. Aber das gemeinsame Stöbern im – von Else durch Krieg und Flucht hindurch geretteten – Familienarchiv weckte in mir früh die Liebe zu alten Dingen, Geschichten und Häusern. Details einiger dieser Erbstücke aus meiner Familie sehen Sie überall auf dieser Website.

Die Bilder von Elisabeth, Benedict und den anderen Vorfahren waren vom Auflösen meines Elternhauses ebenfalls betroffen. Nach dem Tod von Else hatten sie gut dreißig Jahre lang in meinem Elternhaus gehangen. Nun fanden die Gemälde ihr neues Zuhause in meiner Wohnung.

Elternhäuser. Überall.

Als Kind fesselten mich neben den altertümlichen Vornamen im Familienstammbaum besonders die vielen unterschiedlichen Ortsnamen, die hinter den Geburts- und Sterbedaten meiner Vorfahren standen. Offenbar hatte es so etwas wie den einen Heimatort für meine Ahnen nie gegeben. Aber was war mit den vielen elterlichen Wohnungen und Häusern passiert, zum Beispiel denen von Elisabeth und Benedict? Wo waren all die Dinge geblieben, mit denen sich ihre Eltern umgeben hatten? Meine Großmutter kannte dazu nur wenige Geschichten, und viele meiner Fragen blieben offen.

Jahrzehnte später schien ich meinen Vorfahren mit meinen eigenen zahlreichen Umzügen bei diesem Thema unbewusst alle Ehre zu machen. Nach vielen unterschiedlichen Stationen lebe ich nun seit Jahren im Ruhrgebiet. Die ‘Kriegs-Enkelin’ in mir scheint sesshaft geworden zu sein – aber das ist eine andere Geschichte.

Für den Fall der Fälle …

Beim Blick auf die Portraits von Elisabeth und Benedict habe ich mich in den letzten Jahren immer mal wieder gefragt, wer sich eines Tages um diese Bilder kümmern wird? Was soll damit und mit den anderen mir liebgewordenen Dingen, mit meinem Hausrat und meiner Wohnung passieren, wenn ich eines Tages nicht mehr da bin? Ich habe keine Kinder, und kann daher nicht davon ausgehen, dass diese das dann eines Tages “schon irgendwie machen werden”.

In den letzten Jahren habe ich teilweise dramatische Geschichten von Menschen gehört, die ohne Vollmachten und ohne klare Verfügungen ihrer Eltern ihr Elternhaus auflösen mussten. Nicht zuletzt deshalb ist es für mich seit Jahren selbstverständlich, meine eigenen Verfügungen und Vollmachten regelmäßig zu überprüfen und zu aktualisieren. Sie sind für mich inzwischen selbstverständlicher Bestandteil meiner Notfalldokumente geworden. Aber auch das ist eine andere Geschichte.

in Stichworten

  • Geboren 1965 in Berlin.
  • Studium Erziehungswissenschaften (Schwerpunkt Beratung / Weiterbildung) und Psychologie in Düsseldorf. Abschluss als Diplom-Pädagogin.
  • Promotionsstudium Pädagogik, Arbeitspsychologie und Organisation & Personal in Potsdam. Dissertation über die Erziehung von Nachfolgern in Familienunternehmen.
  • Change Management – Beraterin in einer weltweit tätigen Unternehmensberatung.
  • Seit mehr als zwanzig Jahren selbständig als Führungkräftecoach und Change Management – Beraterin,  vor allem in mittelständischen und inhabergeführten Unternehmen.
  • Weiterbildungen u.a. in den Bereichen Team- und Konfliktcoaching, Moderation, Selbstmanagement, Seminar-Methoden, Systemische Beratungsmethoden u.a.m.
  • Opern- und Konzertliebhaberin sowie ausgesprochene ‘Leseratte’. Fasziniert von Geschichte und Geschichten sowie von Familienstammbäumen und den Schicksalen der Menschen dahinter.